Thomas Kramer

IT · QM · Gedanken

EUDI-Wallet startet in 9 Monaten, 52 Prozent wissen nichts davon

Am 2. Januar 2027 soll es losgehen. Die EUDI-Wallet, Europas digitale Brieftasche für die eigene Identität, soll in Deutschland an den Start gehen. Personalausweis, Führerschein, Zeugnisse, Versicherungen, Kaufverträge. Alles auf dem Smartphone, europaweit einheitlich, sicher und rechtlich belastbar.

Eine Bitkom-Umfrage zeigt, wie weit das Thema von der Bevölkerung entfernt ist.

Was die Deutschen wissen

52 Prozent haben von der EUDI-Wallet noch nie gehört. 18 Prozent kennen den Begriff, können ihn aber nicht einordnen. 20 Prozent sagen, sie wüssten worum es geht. Nur 5 Prozent trauen sich zu, das Ganze auch erklären zu können.

GhostVM: KI-Agenten sicher in macOS-Virtual Machines testen

Wer mit KI-Agenten wie Claude Code oder OpenClaw experimentiert, kennt das Problem: Das Setup will ausprobiert werden, aber nicht auf dem produktiven System. Zu viel kann schiefgehen, zu viele Abhängigkeiten, zu viel KI-Müll, der sich im Dateisystem ansammelt.

GhostVM löst das. Die neue quelloffene macOS-App baut auf Apples Virtualization Framework auf und läuft auf Apple-Silicon-Macs ab macOS 15 Sequoia.

Was GhostVM kann

Hinter GhostVM steht Jacob Groundwater, der vorher im Microsofts Electron-Team gearbeitet hat. Die App nutzt Apples eigenes Virtualization Framework, genauso wie VirtualBuddy. Jede virtuelle Maschine steckt in einem eigenen GhostVM-Bundle. Diese Bundles lassen sich wie normale Dateien kopieren, verschieben oder wegsichern.

99 Prozent der Deutschen wollen digitale Souveränität

93 Prozent der Deutschen sehen Deutschland bei digitalen Technologien als abhängig von anderen Ländern. 99 Prozent finden es wichtig, dass Deutschland unabhängiger wird. Das zeigt eine repräsentative Bitkom-Umfrage. Der Wille ist da. Die Umsetzung hinkt hinterher.

Was die Deutschen denken

79 Prozent fordern mehr Investitionen in digitale Schlüsseltechnologien. KI, Cloud, Chips, Infrastruktur. Die Bereiche, in denen Deutschland und Europa aktuell hinterherhinken.

Drei Defender Zero-Days: Zwei ungepatcht, aktiv ausgenutzt

Drei Sicherheitslücken in Microsoft Defender, drei Proof-of-Concept Exploits auf GitHub, zwei davon ohne Patch. Ein Sicherheitsforscher unter dem Namen „Chaotic Eclipse" hat innerhalb von 13 Tagen im April 2026 drei Zero-Day-Exploits veröffentlicht. Aus Protest gegen Microsofts Umgang mit der Schwachstellenmeldung. Jetzt werden sie bereits in Angriffen genutzt.

Was genau passiert ist

Chaotic Eclipse, auch bekannt als Nightmare-Eclipse, deckte drei Schwachstellen in Microsoft Defender auf und veröffentlichte den Exploit-Code auf GitHub. Das Ziel war nicht Zerstörung, sondern Protest. Microsofts Security Response Center, so der Vorwurf, habe den Meldungsprozess falsch gehandhabt.

Warum LLMs nicht gleich KI sind

Large Language Models und künstliche Intelligenz sind dasselbe. Oder? Falsch. Gerade in industriellen Anwendungen greift diese Gleichsetzung zu kurz. Nikita Golovko, Principal Architect Industrial AI bei Siemens, erklärt im Videocast software-architektur.tv warum die Unterscheidung entscheidend ist.

Das Missverständnis

ChatGPT, Claude, Gemini. Für viele sind diese Systeme „die KI". Aber Large Language Models sind nur eine Teilmenge der künstlichen Intelligenz. Sie können Texte generieren, Fragen beantworten und Code schreiben. Sie sind gut in kreativen oder explorativen Aufgaben.

Ollama auf Apple-Chips: MLX beschleunigt lokale KI

Ollama läuft auf Macs mit Apple-Chips jetzt auf Basis von MLX, dem Machine-Learning-Framework von Apple. Das ist noch als Vorschau deklariert, zielt aber auf mehr Tempo für KI-Workflows unter macOS ab. Besonders bei lokalen Assistenten und Coding-Agents wie Claude Code oder OpenClaw.

Was MLX ändert

Der große Hebel: die bessere Nutzung der einheitlichen Speicherarchitektur der M-Chips. MLX ist Apples eigenes ML-Framework, das auf die Besonderheiten der Apple-Silicon-Architektur zugeschnitten ist. Keine Emulationsschicht, kein CUDA-Übersetzung, sondern direkte Nutzung der GPU und Neural Engine.

5 Aufgaben die KI-Agenten heute eigenständig erledigen

KI-Agenten sind 2026 keine bloßen Werkzeuge mehr. Sie greifen in Prozesse ein, treffen Vorentscheidungen und übernehmen eigenständig Aufgaben, für die früher teilweise ganze Teams zuständig waren.

Die Diskussion um Künstliche Intelligenz hat eine neue Phase erreicht. Nach der ersten Welle experimenteller Anwendungen wie Textgenerierung oder einfache Analyseprozesse geht es nun um deutlich mehr: autonome Systeme, die Entscheidungen eigenständig vorbereiten und ausführen.

Der Mittelstand zieht auf

Der Deutsche Mittelstands-Index 2026 zeigt: Mehr als jedes zweite mittelständische Unternehmen nutzt oder testet KI-Lösungen. Das ist ein Plus von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

15 Milliarden Euro Finanzlücke: Die Expertenkommission will die Krankenkassen reformieren

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr 356 Milliarden Euro eingenommen. Klingt nach viel Geld. Reicht aber nicht. Die Ausgaben stiegen um 7,8 Prozent, die Einnahmen nur um 5,3 Prozent. Die Finanzierungslücke für die Jahre ab 2027 wird auf zweistellige Milliardenhöhe geschätzt.

Die Expertenkommission für die Reform der gesetzlichen Krankenkassen hat jetzt ihren ersten Bericht vorgelegt. 66 Vorschläge aus über 1.700 eingegangenen Vorschlägen gebündelt. Ziel: Das Milliardenloch schließen, bevor die Beiträge durch die Decke gehen.

AnoMed: Gesundheitsdaten nutzen ohne Patienten zu gefährden

Die klassischen Anonymisierungsverfahren haben nicht funktioniert. Das sagt Prof. Esfandiar Mohammadi, Leiter des Projekts AnoMed, ohne Umschweife. Es geht um eine der schwierigsten Fragen der digitalen Gesundheitsversorgung: Wie nutzt man medizinische Daten für Forschung und KI, ohne die Privatsphäre von Patienten zu gefährden?

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert die zweite Phase des Projekts mit rund 46 Millionen Euro insgesamt. AnoMed 2 soll dort weitermachen, wo AnoMed 1 aufgehört hat, und die Verfahren tatsächlich in die Praxis bringen.

ARD-Doku: Handy-Standortdaten gefährden Soldaten und Rüstungsfirmen

Eine ARD-Dokumentation mit dem Namen „Gefährliche Apps, Im Netz der Datenhändler" bringt eine erschreckende Realität auf den Bildschirm: Metergenaue Standortdaten von Millionen Smartphones werden im Netz verkauft. Nicht nur an Werbeunternehmen. Potenziell auch an Geheimdienste.

Die Dokumentation basiert auf den Databroker Files, einer langjährigen Recherche von netzpolitik.org und Bayerischem Rundfunk. Sie zeigt vier Geschichten, die verdeutlichen, wie der Handel mit personenbezogenen Daten lebensgefährlich werden kann.

Soldaten an der Front

Ex-Soldat Dmytro kämpfte für die Ukraine an der Front. Für ihn und seine Kameraden waren Smartphones eine moralische Stütze. Aber auch eine Gefahr. In den Standortdaten eines Databrokers finden sich Handy-Ortungen aus umkämpften Gebieten. Die Daten verraten, dass Geräte per Starlink im Netz waren. Genau das Satelliteninternet, das ukrainische Truppen nutzen.