Thomas Kramer

IT · QM · Gedanken

Wenn der Notruf auf Rechnung kommt: Cottbus und der Rettungsdienst-Finanzstreit

Die Stadt Cottbus hat angekündigt, ab dem 30. März 2026 erstmals Gebührenbescheide für Rettungsdiensteinsätze direkt an Patienten zu verschicken. Rund 1.000 Betroffene aus dem Januar 2025 erhalten die Schreiben. Ab jetzt können sie die Kosten bei ihrer Krankenkasse zurückfordern. Hintergrund ist ein Finanzierungsstreit, der seit Monaten zwischen Kommunen und gesetzlichen Krankenkassen tobt und der in ganz Deutschland Wellen schlägt.

Was in Cottbus passiert

In Cottbus/Chóśebuz gibt es jährlich 16.000 bis 17.000 Rettungsdiensteinsätze. Die Kosten dafür liegen bei 13 Millionen Euro im Jahr. Die Krankenkassen haben davon bisher etwa 80 Prozent anerkannt. Das bedeutet eine Finanzierungslücke von rund 2,5 Millionen Euro, die im Stadthaushalt fehlt.

3 Millionen Geräte, 31 Terabit: Behörden zerschlagen die größten DDoS-Botnetze der Welt

Am 19. März 2026 haben das US-Justizministerium, das Bundeskriminalamt über die ZAC NRW und kanadische Behörden in einer koordinierten Aktion vier IoT-Botnetze abgeschaltet, die zusammen mehr als drei Millionen kompromittierte Geräte umfassten. Die Netze mit den Namen Aisuru, Kimwolf, JackSkid und Mossad[1] waren für DDoS-Angriffe mit bis zu 31,4 Terabit pro Sekunde verantwortlich. Das ist fast das Dreifache der bisherigen Rekorde.

Was passiert ist

Die Ermittler haben die Kommando- und Kontrollinfrastruktur der vier Botnetze beschlagnahmt und den Datenverkehr auf kontrollierte Server umgeleitet. Das BSI unterstützte das technische Sinkholing. Bei Durchsuchungen an Wohnorten in Deutschland und Kanada wurden Beweismittel sichergestellt und Kryptowährungen im fünfstelligen Bereich beschlagnahmt.

2,1 Millionen Menschen sind offline — und vor 40 Jahren war das Internet ein Hobbykeller

Gut 3 Prozent sind nie online

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte kürzlich Zahlen für das Jahr 2025: Gut 3 Prozent der Bevölkerung zwischen 16 und 74 Jahren haben das Internet nach eigenen Angaben noch nie genutzt. Das entspricht knapp 2,1 Millionen Menschen. Der Trend geht nach unten (2021 lag der Wert noch bei 6 Prozent), aber null wird er nicht.

KI-Agenten und Sicherheit: Warum Authentifizierung allein nicht reicht

Im Juni 2025 entdeckten Sicherheitsforscher eine Schwachstelle in Microsoft 365 Copilot, die mit einem CVSS-Score von 9.3 als kritisch eingestuft wurde. Der Name: EchoLeak (CVE-2025-32711). Das Besondere daran war nicht die Komplexität, sondern die Einfachheit.

Ein Angreifer schickte eine harmlos aussehende E-Mail mit versteckten Anweisungen. Für das menschliche Auge unsichtbar, für das KI-Modell eine Befehlsfolge. Die E-Mail wartete geduldig, bis Copilot sie in einen Kontext zog. In dem Moment griff der Agent mit den Rechten des Opfers auf sensible Daten zu und gab sie weiter. Kein Klick nötig. Keine Interaktion. Der Nutzer hat nichts falsch gemacht.

Vite+: Die All-in-One-Toolchain für Webentwicklung ist jetzt Open Source

Ein CLI für alles

Die JavaScript-Welt hat ein Tooling-Problem: Zu viele Tools, zu viele Configs, zu viele Versionen. Für ein modernes Frontend-Projekt braucht man heute einen Bundler, einen Linter, einen Formatter, ein Test-Framework, einen Task-Runner und einen Node-Version-Manager. Jedes mit eigener Konfiguration, eigenem Update-Zyklus und eigenen Eigenheiten.

OpenClaw unter Beschuss: Prompt Injection, Data Exfiltration und warum KI-Agenten keine Spielzeuge sind

Der KI-Agent auf dem eigenen Server

OpenClaw ist ein Open-Source-Projekt, das KI-Agenten auf dem eigenen Server betreibt. Kein SaaS, keine Cloud-Kontrolle, volle Souveränität. Klingt ideal. Aber genau diese Macht (Dateien lesen, E-Mails schreiben, Befehle ausführen, im Web surfen) macht den KI-Agenten auch zu einem Angriffsziel.

Android vs. iOS: Wer wirklich sicherer ist

Die Frage ist so alt wie die Smartphones selbst: Ist Android oder iOS sicherer? Proton, die Schweizer Firma hinter dem gleichnamigen Mail- und VPN-Dienst, hat in einer umfassenden Analyse beide Betriebssysteme technisch verglichen. Das Ergebnis ist vielschichtiger als die meisten erwarten.

Das Grundproblem: Offenheit gegen Kontrolle

Android läuft auf 69 Prozent aller Smartphones weltweit, iOS auf knapp 30 Prozent (in den USA allerdings auf 61 Prozent). Das allein sagt noch nichts über Sicherheit aus, aber es zeigt die Ausgangslage: Android ist ein offenes System, das von Dutzenden Herstellern verbaut wird. iOS ist ein geschlossenes System, das nur auf Apple-Hardware läuft.

Rückzug der Bundesdatenschutzbeauftragten: Warum die Nachfolge heikel wird

Rückzug der Bundesdatenschutzbeauftragten

Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider tritt zurück. Aus gesundheitlichen Gründen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Nach knapp eineinhalb Jahren an der Spitze der Bonner Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) gibt die Rechtswissenschaftlerin das Amt auf, sobald ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden ist.

Qwen 3.5: Was hinter Alibabas neuem LLM steckt – jenseits der Benchmarks

Zahlen sind langweilig – was ist technisch anders?

Qwen 3.5 ist seit Mitte Februar 2026 draußen. Die Benchmark-Zahlen kennt man: 397 Milliarden Parameter, nur 17 Milliarden aktiv, Leistung in der Nähe von GPT-5 und Claude. Spannender als die nächste Benchmark-Tabelle sind aber die architektonischen Entscheidungen, die dahinterstecken.